Reisebericht Spanien (Teneriffa) 2025
1. Tag (Sa, 01.11.2025): Anreise
Da Direktflüge von Berlin nach Teneriffa etwa halb so viel kosteten wie Umsteigeflüge aus München, entschieden wir uns zur gleichen Vorgehensweise wie im Frühjahr, als wir nach Lanzarote geflogen waren. Kurz nach sieben brachen wir mit dem Auto in Richtung Berlin auf. Da ich schnell feststellen durfte, dass an diesem Feiertagsmorgen auf der Straße nicht viel los war, gönnte ich es mir, das Auto regelrecht zum Zielort zu „schieben“ und mit 6.5 l Verbrauch (E10) und einem Schnitt von 120 km/h nach ca. 4h 15min am schon genutzten Parkplatz in Königs Wusterhausen kostenlos abzustellen. Bis hierher hatte uns Juliet begleitet, die nun das Wochenende in Berlin verbrachte.


Unser Ryanair-Flieger ging wie üblich super pünktlich um 15 Uhr raus, landete diesmal aber sogar leicht verspätet wegen starker Gegenwinde um 19.30 Uhr. Durch meinen Sitz am Notausgang waren die rund 5.5 h Flugdauer erträglich (1 h Zeitverschiebung!). Thea las fast die ganze Zeit. In der Empfangshalle stellte ich chaotische Verhältnisse fest, viel zu viele Leute trinken sich um die sehr dicht angesiedelten Gepäckbänder und lange Schlangen durchzogen die Halle. Da wir nur Handgepäck hatten, wollte ich mich schon abwenden, als ich feststellen musste, dass die langen Schlangen zu den einzelnen Mietwagenverleihen gehörten. Spitzenreiter war der Vermieter Topcar, wo die Leute durch die gesamte Halle anstanden.

Obwohl die Schlange des von uns ausgewählten Vermieters „Auto Reisen“ deutlich kürzer war, dauerte es ungefähr 45 Minuten, bis wir an der Reihe waren. Immerhin war der weiße VW T-Cross gut in Schuss, obwohl er im Gegensatz zum Fahrzeug auf Lanzarote über kein Navigationssystem verfügte. Mittels Handynavi ging es nun über die bereits im Dunkeln liegende Insel in circa einer Stunde Fahrt nach Puerto de la Cruz, wo wir zunächst noch Proviant für morgen bei Lidl einkauften und dann unser Hotel las Aguilas bezogen. Obwohl es bereits 22:00 Uhr war und die Buffetzeit damit um 30 Minuten überschritten, durften wir uns noch kalter Speisen bedienen, bevor wir ins Bett gingen.

2. Tag (So, 02.11.2025): Küstenwanderung im Norden, La Orotava, Puerto de la Cruz, 28°C, Sonne
Nach einem leckeren Buffet-Frühstück mit Blick auf den Teide fuhren wir ein kurzes Stück in Richtung Küste, wo wir das Fahrzeug abstellten und kurz vor 9:30 Uhr unsere Küstenwanderung in Richtung Mirador del Pedro begannen.


In gerade mal 1h 20min hatten wir nach einer schönen Wanderung, die uns immer wieder herrliche Blicke über die Küste gewährte, den Aussichtspunkt erreicht.








Da es sehr heiß war und wir unsere Kräfte für die morgige Teide-Tour aufsparen wollten, warteten wir auf den Bus, um zurück nach Puerto de la Cruz zu gelangen. Letztlich wäre es zu Fuß allerdings genauso schnell gegangen, da wir etwa 40 Minuten auf den Bus warten mussten, dann etwa 18 Minuten mit diesem unterwegs waren und final noch mal etwa 20 Minuten zum Abstellplatz des Autos zurücklaufen mussten. Zunächst kauften wir uns einen leckeren Salat bei Lidl, bevor wir nach La Orotava fuhren.






Wir versüßten uns die kleine Ortsbesichtigung durch ein Eis. Nach etwa 45 Minuten fuhren wir gegen 14:30 Uhr zurück nach Puerto de la Cruz, wo wir ziemlich lange herumsuchen mussten, bis wir einen Parkplatz fanden, der halbwegs in Gehdistanz zu den Pools Lago Martiánez lag. Kurz vor 15:30 Uhr waren wir dann in der sehr schön aufbereiteten Anlage.




Die zahlreichen und sehr großen Meerwasserpools waren toll gestaltet, einzig der Bodenbelag zwischen den Becken tat auf Dauer unter den Füßen weh. Nach knapp 2 Stunden verließen wir das Naturschwimmbad wieder in Richtung Hotel. Dort nahmen wir unmittelbar mit der Eröffnungszeiten des Abendbuffets ein leckeres Abendessen zu uns. Es gab eine tolle Auswahl an Vorspeisen (inklusive Meeresfrüchte), Antipasti, Sushi, Hauptspeisen sowie ein verlockendes Dessert Buffet.


Mit zunehmender Dunkelheit sahen wir die Silhouette des Teide hinter dem Lichtermeer der Stadt verschwinden.
3. Tag (Mo, 03.11.2025): Teide-Teilbesteigung und Abstieg, 4°C .. 29°C, Sonne
Heute stand die kraftraubende Tour auf den Teide an. Geplant war, mit der Seilbahn zur Bergstation zu fahren, von dort die 163 Hm zum Gipfel auf 3715 m aufzusteigen und anschließend die 1350 Hm bis zum Parkplatz Montana Blanca abzusteigen. Die beiden kostenlosen Genehmigungen für die Gipfelbesteigung und den Abstieg hatte ich bereits Monate zuvor organisiert, da sie immer sehr schnell vergriffen waren. Eine kleine Schrecksekunde hatte ich dann ungefähr eine Woche vor Reisebeginn, als ich feststellen musste, dass ich für die Besteigung versehentlich den Zeitslot 0-9 Uhr statt 9-15 Uhr gewählt hatte, was sich glücklicherweise durch kurzfristig zurückgegebene Tickets aber nochmal korrigieren ließ. Was ich allerdings nicht auf dem Schirm hatte, war, dass die Seilbahnfahrten ausschließlich online gekauft werden konnten und auch zeitlich genau terminiert werden mussten. Vielmehr hatte ich dazu anders lautende Informationen im Internet gefunden (dass auch ein Vor-Ort-Kauf von Tickets möglich ist), die aber nicht mehr aktuell waren. Als ich ein paar Tage vor der Besteigung versuchte, Tickets zu ergattern, musste ich feststellen, dass diese – zumindest für eine Bergfahrt am Vormittag – für nahezu die gesamte Woche ausgebucht waren. Da einzig alleinige Talfahrten vor Ort gekauft werden konnten, hatte ich mir als Notfallplan eine Aufstieg auf den Berg bis zur Bergstation (statt eines Abstiegs) und einen Verfall des Gipfelpermits überlegt, wobei ich mir dessen bewusst war, dass das für Thea sehr hart werden würde. Glücklicherweise hatte ich gegen 15:30 Uhr am Vortag aber noch zwei kurzfristig frei gewordene Plätze um 9:10 Uhr ergattern können, so dass wir den ursprünglichen Plan verfolgen konnten. Da die Parkplätze in den Nationalparks begrenzt sind und zumindest in der Hochsaison regelmäßig frühzeitig voll sind, verzichten wir mit dem zusätzlichen Wissen, dass alle Seilbahnfahrten für heute ausgebucht waren, auf ein Frühstück im Hotel und brachen um 7:15 Uhr lieber frühzeitig zur ungefähr 60 min dauernden Fahrt in Richtung Teide auf. Wir wurden allerdings positiv überrascht und hatten quasi keinen Verkehr auf dem Weg zur Talstation der Seilbahn, wo wir gegen 8:15 Uhr nur wenige Meter vom Einstieg entfernt parken konnten. Hier verblieb nun genügend Zeit, um gemütlich unser gestern gekauftes Frühstück zu verdrücken und uns wie von den Seilbahnbetreibern vorgegeben 20 Minuten vor der ersten Auffahrt anzustellen. Da unser Gipfelpermit für den Zeitraum 9-11 Uhr ausgestellt war, durften wir sogar schon mit der 9:00 Uhr-Bergfahrt (statt 9:10 Uhr) mitfahren. Die Fahrt dauerte nur circa 5 Minuten, unweit der Bergstation mussten wir uns dann ausweisen und unsere Genehmigung vorlegen, bevor wir die verbleibenden Höhenmeter zum Gipfel in Angriff nehmen durften. In unserem zügigen Tempo wurden wir alsbald eingebremst, da wir wegen der Höhe doch etwas mehr nach Luft schnappen mussten als üblich und auch ganz leichte Kopfschmerzen verspüren.




Nichtsdestotrotz mussten wir nach einer knappen halben Stunde Aufstieg den Gipfel nur mit zwei anderen Leuten teilen, bevor dann nach und nach die anderen Wanderer aus der Seilbahn eintrafen. Obwohl die Gipfel-Temperatur an der Talstation mit 0 Grad angegeben war, war es aufgrund des permanenten Sonnenscheins und heute kaum vorhandenen Winds sehr erträglich. Bei relativ klarer Sicht konnten wir Gran Canaria und La Gomera sehen sowie einen eindrucksvollen Blick in den Krater des Teide genießen.


Nach gut 10 Minuten auf dem Gipfel stiegen wir dann wieder ab, so dass wir nach ziemlich genau 1 Stunde in Summe wieder an der Bergstation waren.


Nun folgten wir den Schildern zum Sendero 7, den Weg, der uns den Berg hinabführen sollte. Um 11:04 Uhr hatten wir die Altavista Shelter erreicht, an der wir eine frühe Mittagspause ein legten und unsere Salate verzehrten.


Nach geschätzten 45 Minuten setzten wir unseren Abstieg fort. Über zahlreiche Serpentinen ging es bei fast schon zu heißen Temperaturen über ein Zwischenplateau runter auf ein größeres Plateau, wo auch ein Checkpoint eingerichtet war.


Diesen hatten wir um 12:43 Uhr erreicht. Hier wurden unsere Genehmigungen kontrolliert. Tatsächlich wurden wir auch Zeuge, wie zwei schlecht ausgestattete Schweizer, die aufsteigen wollten, abgewiesen wurden, weil sie entweder keine (zur Uhrzeit passende) Genehmigung oder nicht die vorgeschriebene Ausrüstung dabei hatten. Um 13:56 Uhr hatten wir den Parkplatz Montana Blanca erreicht und somit den Abstieg beendet. Da wir die verbleibenden 3 km zurück zur Talstation nicht in der Hitze an der Straße entlang laufen wollten, warteten wir auf eine Mitfahrgelegenheit. Nach ein paar Minuten hielt ein deutsches Touristenpärchen, die uns in ihrem Wagen mitnahmen. Als kleine Entschädigung „übergaben“ wir ihnen unseren perfekt gelegenen Parkplatz neben der Seilbahnstation. Anschließend fuhren wir bei herrlichem Wetter und tollem Panorama zurück zu unserem Hotel, wo wir in der Zeit bis zum Abendessen den große Außenpool sowie den Whirlpool auf dem Zimmer nutzten.


Pünktlich um 18:30 Uhr machten wir uns hungrig über das leckere Buffet her.
4. Tag (Di, 04.11.2025): Wanderung im Teno-Gebirge, Charco de los Chocos, Garachico, Drachenbaum, 29°C, Sonne
Da wir relativ früh wach waren, saßen wir bereits gegen 8 Uhr beim Frühstück auf der Hotelterrasse und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen.

Kurz nach 9:00 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Tengo Gebirge im Nordwesten der Insel. Wir fanden noch eine passende Fläche für unser Auto auf dem kleinen in eine Kurve gequetschten Parkplatz Camino de Baracan und brachen um 10:19 Uhr zur Wanderung in Richtung Teno Alto auf.






Da es sehr heiß war, der Weg kaum Schatten bot und wir den gleichen Pfad als Rückweg nehmen mussten, gingen wir nur etwa ein Drittel des geplanten Wegs bis auf die Höhe des Gipfels Baracan. Während Thea am Weg wartete, nahm ich zumindest diesen kleinen Gipfel mit. Auch vom Weg aus hatten wir eine tolle Fernsicht auf das Teno Gebirge, vereinzelte Häuser und die entfernte Küste. Um 11.43 Uhr hatten wir unseren Spaziergang beendet und fuhren die Naturpools Charco de los Chochos an. Um 12:15 Uhr picknickten wir auf den Felsen um den großen „Hauptpool“, auf denen sich ein paar Leute eingefunden hatten.


Während der Pool anfangs noch relativ ruhig lag und nur selten von leichten Wellen überspült wurde, wandelte sich die Situation recht schnell und es brausten immer wieder große Wellen an, die den Pool massiv überfluteten und die wenigen Leute darin gefährlich in Richtung Felsen spülten. Daher entschieden wir uns gegen ein Bad und fuhren nach der Pause weiter in das gemütliche Küstenörtchen Garachico, in dem wir bis etwa 14 Uhr verweilten. Der schöne Hauptplatz strahlte kanarisches Flair aus.




Auf der anschließenden Weiterfahrt durfte natürlich ein Stopp beim 1000-jährigen Drachenbaum nicht fehlen.


Gegen 14.50 Uhr ging es in herrlicher Panoramafahrt über teils wilde und steile Serpentinenstrecken in Richtung Hotel, allerdings nicht, ohne den Aussichtspunkt Mirador de Corona anzufahren, der quasi einen 360-Grad-Blick über einen großen Teil der Insel bot.

Um 16.20 Uhr waren wir zurück im Hotel, so dass noch ausreichend Zeit zum Relaxen im Whirlpool blieb bis das Abendbuffet eröffnet wurde.
5. Tag (Mi, 05.11.2025): Erholen und Baden im Hotel, 29°C, Sonne
Für heute hatte ich Thea einen Erholungstag nach ihrer Vorstellung im Hotel versprochen und damit schweren Herzens die Wanderung zur Fortaleza im Teide Nationalpark entfallen lassen. Da es morgen einen Temperatursturz um etwa 10° auf ca. 20° geben sollte, was für Wanderungen besser geeignet wäre als die aktuellen Temperaturen, nutzten wir heute nochmal die Gelegenheit zum Bad im Hotelpool, der wie das Hotel auf einer Anhöhe über Puerto de la Cruz lag und einen gigantischen Ausblick bot.




Desweiteren spielten wir Billard, lasen und nutzten den Whirlpool im Zimmer. Irgendwann war dann wieder Abend und ein leckeres Abendbuffet erwartete uns.




6. Tag (Do, 06.11.2025): Wanderung im Anaga-Gebirge, Playa Teresitas, 22°C .. 28°C, Sonne & Wolken
Nachdem wir gegen 8 Uhr zum Speisesaal gegangen waren und umfangreich gefrühstückt hatten, machten wir uns gegen 08:50 Uhr auf den Weg ins im Osten der Insel gelegene Anaga-Gebirge – allerdings legten wir zuvor noch einen schnellen Einkaufsstopp im benachbarten Lidl ein und tankten unterwegs voll, da der Super-Preis für E5 mit 1.149 EUR günstig war (die Preise schwankten je nach Lage bzw. Tankstelle zwischen 1.099 EUR und 1.459 EUR pro Liter!). Kurz nach 10 Uhr hatten wir über kurvige und enge Straßen das Örtchen Las Carboneras erreicht, das Ausgangs- und Endpunkt unserer 8 km-Wanderung über Chinamada war. 10° betrug der Temperaturabfall im Vergleich zu gestern zwar nicht, jedoch war es aufgrund der Bewölkung und einer Temperatur von ca. 22 Grad recht angenehm. Obwohl teils (noch) wolkenverhangen, bot die Wanderung tolle Aussichten auf die umgebenden grün bewachsenen Berge, deren Hänge sporadisch mal mit einzelnen Häusern bebaut waren.


Insbesondere der küstennahe Aussichtspunkt Mirador de Aguaide ließ uns über Küste und Gebirge schauen.






Um 12.30 Uhr hatten wir 300 Hm zurückgelegt und waren nach knapp 2.5 h zurück in Las Carboneras, von wo aus wir zunächst den Mirador de Ingles anfuhren. Hier war die Sicht aufgrund entsprechender Bewölkung aber leider eingeschränkt, so dass wir alsbald unseren Weg in Richtung Playa Teresitas fortsetzten. Wir düsten über ausgesetzte, kurvige Serpentinenstraßen, die uns immer wieder eindrucksvolle Blicke in die Tiefe und in Richtung Küste gewährten.


Besondere Vorsicht war angesagt, da einem große Busse entgegengekommen konnten und zahlreiche Rennradfahrer unterwegs waren, von denen einer sogar mich und meinen Vordermann in wilder Kurvenabfahrt überholte. Gegen 13.45 Uhr ließen wir uns unter einer Palme am malerischen Strand Playa Teresitas nieder, wo ich einen kleinen Mittagsschlaf einlegte und Thea baden ging. Außerdem war dies der Platz, an dem wir unsere Mittagssnacks verzehrten.

Um 15.10 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel, was aufgrund zahlreicher Stauungen und eines kurzen Einkaufsstopps bis etwa 16.30 Uhr dauerte. Eis – Whirlpool – Billard…und schon war es wieder 18.30 Uhr und damit Zeit zum Abendessen.
7. Tag (Fr, 07.11.2025): Wanderung durch die Masca-Schlucht, 21°C, sonnig
Wir standen um 07:40 Uhr auf, so dass wir um 08:00 Uhr unser Frühstück zu uns nehmen und uns um 08:45 Uhr auf den Weg nach Santiago del Teide machen konnten. Um 09:45 Uhr trafen wir dort ein und fanden schnell einen Parkplatz am Fahrbahnrand in der Nähe der Bushaltestelle. Die kleine neben der Haltestelle gelegene Kirche entzückte durch ein tolles Glockenspiel, das im 10 Uhr zunächst den Glockenschlag des Big Ben nachahmte und anschließend „Freude schöner Götterfunke“ zum Besten gab.Die heutige Durchwanderung der Masca-Schlucht, die seit gut einem Jahr etwas kostete (und deren Preis vor wenigen Wochen sogar nochmal angehoben worden war) war inzwischen nur noch per Busanfahrt und mit vorhandener Genehmigung erlaubt. Wir rechneten eigentlich damit, um 10.25 Uhr mit einem großen Omnibus nach Masca gebracht zu werden, fanden letztlich aber einen Minibus vor, der uns um 10.15 Uhr mitnahm. Zu unserer Überraschung bekam jeder Fahrgast einen Stempel auf den Handrücken. Schnell wurde klar, warum hier nur Minibusse eingesetzt wurden: die wenigen Kilometer zum hochgelegenen Eingang der Schlucht führten über eine der spektakulärste Straßen Teneriffas.


Die Haarnadelkurven waren derart eng, dass die Busfahrerin teilweise zurücksetzen musste und keine zwei Fahrzeuge gleichzeitig um die Kurve fahren konnten. Dazu gab es gigantische Ausblicke bis an die Küste. Wir benötigten 25 min, bis wir um 10:40 Uhr Masca erreicht hatten. Nach zehn Minuten passierten wir den Einlass zum Treffpunkt aller Wanderer, an dem akribisch die Genehmigung für die Schlucht, das Bootticket zurück, die Schuhe und der Stempel auf der Hand (als Bestätigung für die Anfahrt per Bus) kontrolliert wurden. Wenn eines der Punkte „fehlte“, wurde einem kein Zugang gewährt.


Obwohl wir eigentlich einen Zugang um 12 Uhr gebucht hatten, durften wir bereits zusammen mit den Wanderern um 11 Uhr am kurzen Briefing teilnehmen und unsere Helme entgegennehmen. Ebenso wurden wir darauf hingewiesen, dass wir nach erfolgreicher Schluchtdurchquerung und Ankunft am Masca Beach nicht zwingend das gebuchte Boot, sondern auch ein früheres oder späteres für den Abtransport vom Strand benutzen durften. Um 11:11 Uhr traten wir dann schließlich durch einen separaten Eingang unsere Wanderung an. Der gut gehbare und gepflegte Weg schlängelte sich zunächst in sanften Serpentinen und später geradliniger durch die zunehmend enger und höher aufragende Schlucht, die immer wieder von grobem Bewuchs und Palmen durchzogen war.








Wir genossen bei angenehmen Temperaturen um die 20 Grad die abwärts gehende Wanderung, auf deren Weg sich die zugelassenen Wanderer gut verteilten, so dass man meist außer Sichtweite von anderen Personen unterwegs war. Nach gut 2 h, 5 km und 650 Hm im Abstieg hatten wir – eine 15-minütige Pause inklusive – um 13.13 Uhr den Schiffsanleger am Strand von Masca erreicht.


Dort legten wir zunächst eine Mittagspause ein, in der wir unsere Salate verzehrten. Wie auch in der Schlucht 2 oder 3 Angestellte „postiert“ waren und nach dem Rechten sahen, war auch hier eine Dame, die die Bootsfahrten koordinierte. Wir waren dankbar, dass wir wie am Eingang versprochen ein früheres Boot nehmen durften und nicht bis zur eigentlichen Abfahrt um 15:45 Uhr warten mussten. So ging es in etwa 15 Minuten rasanter Fahrt um 13:55 Uhr in Richtung Los Gigantes. Zwischendurch konnten wir fliegende Fische beobachten.




So gut das „Paket“ der Schluchtdurchquerung bis hierher organisiert war, so schlecht war die Möglichkeit für die Wanderer, nun zum Ausgangspunkt nach Santiago del Teide zurückzukehren. Nachdem an der ersten Bushaltestelle „Los Gigantes“ über die Titsa-App für die nächsten 1-2 Stunden keine Busse dorthin angezeigt wurden und uns eine Busfahrerin zurief, dass das frühestens in 2 h zu erwarten sei, gingen wir weiter zur Haltestelle „Correos“, ab der die App seltsamerweise überhaupt keine Verbindungen anzeigte. Nachdem wir bereits schon etwa 1 h verplempert hatten, versuchten wir und als Anhalter, jedoch war trotz 30 minütigem Versuch niemand gewillt, uns mitzunehmen – dass man auf der Insel eher von Touristen als von Einheimischen mitgenommen wurde, hatten wir bereits im Teide Nationalpark feststellen müssen, und ab hier fuhren nun mal keine Touristen zurück. Frustriert gingen wir zurück zur Bushaltestelle, um weitere 45 min auf den vermeintlichen 16:40-Bus zu warten. Inzwischen saß die Bushaltestelle voll von gestrandeten Wanderern und wir erfuhren, dass erst um 18:30 Uhr ein Bus zurückfahren sollte. Daraufhin entschieden wir uns zusammen mit einem spanischen Pärchen, ein Taxi zu teilen. Als wenige Minuten später das Taxi eintraf und es sich um ein Großraumtaxi handelte, schloss sich spontan noch ein weiteres Pärchen an, so dass wir den Preis auf erträgliche 8 EUR pro Paar aushandeln konnten. So kamen wir schließlich gegen 15:40 Uhr nach 95-minütiger Wartezeit davon und erreichten Santiago del Teide und unser geparktes Auto um kurz nach 16 Uhr. Das ließ mir genügend Zeit, den Rückweg zu unserem Hotel so zu wählen, selbst mal die Straße über Masca zu fahren und einmal mehr die Aussicht zu genießen – diesmal aus der Fahrerprespektive und mit zahlreichen Fotostopps.



Gegen 17.45 Uhr waren wir zurück am Hotel, wo das letzte Abendmahl auf uns wartete.




8. Tag (Sa, 08.11.2025): Heimreise, 21°C, Sonne
Nachdem wir gestern bereits alles gepackt und ausgecheckt hatten, verließen wir um 05:30 Uhr unser schönes Hotel und fuhren in etwa einstündiger Fahrt zum Flughafen TFS. Da ich gestern nochmal randvoll getankt hatte und der Füllstand unverändert auf „max“ stand, konnten wir gleich den Parkplatz für die Mietwagen anfahren und den Schlüssel im Flughafen am „Ankunftsschalter“ abgeben, der erstaunlicherweise schon geöffnet war und wo niemand anstand. Der Rückflug verlief unspektakulär, es nervte lediglich, dass die vor mir Sitzenden ständig aufstehen und im Gepäckfach kramen mussten und die schräg hinter mir sitzende Mutter einer russischen Familie meinte, ihre Filme auf dem Handy ohne Kopfhörer hören zu müssen. Da der Flieger fast 30 min verfrüht landete, bekamen wir noch die S-Bahn, die um 15 min nach dem Aufsetzen abfuhr und konnten somit die Heimfahrt nach Gaimersheim eine Stunde früher als erwartet antreten. Da die Straßen recht leer waren, waren wir nur etwa 3.5 h unterwegs.
Fazit:
Diesmal war es für die Jahreszeit eher zu warm (29°C statt der üblichen 22-23°C), so dass wir aus dem ursprünglich geplanten Wanderurlaub einen Wanderurlaub mit einigen Strand-/Poolelementen machten. Die Insel ist grüner als Lanzarote und bietet nicht nur mit den Touristen-Highlights Teide und Masca-Schlucht sehenswerte Natur – auch das Teno-Gebirge im Westen und das Anaga-Gebirge im Osten bieten sich für schöne Wanderungen an. Die Permits für die Teide-Besteigung (Gipfel wie Wanderweg) sind noch kostenlos, die Seilbahn bietet einen moderaten Preis. Die im Vorjahr noch kostenlose Masca-Schlucht schlägt pro Erwachsenen mit über 30 EUR zu Buche – eine zweifelhafte Preispolitik, aber dennoch einen Besuch wert. Das Preisniveau war günstiger als in Deutschland, sowohl was die Getränke im schönen ****-Hotel anging, als auch Sprit und Unternehmungen.
