Reisebericht Spanien (Lanzarote) 2025

 

1. Tag (Sa, 01.03.2025): Anreise 

Da die deutsche Bahn zwei Wochen vor unserer geplanten Reise die Rückzugverbindung Berlin-Ingolstadt, die wir mit einem ICE Sprinter bestreiten wollten, komplett gestrichen hatte und es keine spätere Alternativverbindung am Rückkunftstag nach Ingolstadt mehr gab, hatte ich mir die gesamten Tickets für Hin- und Rückreise rückerstatten lassen und mich für die zwar etwas teurere, jedoch flexiblere An- und Rückfahrt mit dem Auto entschieden. Berlin hatte ich als Abflugort gewählt, da es von dort Direktflüge nach Lanzarote gab, die etwa die Hälfte von den Flügen ab München kosteten. Nachdem wir das Fahrzeug in Köngis Wusterhausen kostenlos geparkt hatten, fuhren wir eine Station mit der Regionalbahn zum (nicht mehr ganz) neuen Flughafen BER. Am eher enttäuschenden Airport kaufte ich mir schnell noch ein Buch von Andreas Gruber, da ich meine Literatur vergessen hatte. Unser Ryanair-Flieger hob pünktlich ab und landete erfreulicherweise 30 min früher als angekündigt. Das war allerdings das einzig erfreuliche des Low Cost Carriers: die Beinfreiheit ließ zu wünschen übrig, das Kabinenlicht brannte durchgängig und laute Ansagen zerrissen immer wieder die Stille (obwohl es quasi ein Nachtflug war), permanent rumpelte ein Verkaufswagen durch die Gänge und die härteste Landung, die ich bisher erlebt habe, ließ Erinnerungen an den Delta-Unfall in Toronto hochkommen. Die Vor-Ort-Abwicklung mit unserem Mietwagenpartner AutoReisen verlief trotz später Stunde reibungslos und der Mietwagen (Seat Arona) war wider aller Erwartungen sehr gut ausgestattet: Navi, Lane Assist, ACC und Sprachsteuerung (von der wir keinen Gebrauch machten, da sie scheinbar ausschließlich Spanisch akzeptierte). Lediglich die USB-Ports ließen leider kein einfaches Abspielen der Medieninhalte meines USB-Sticks zu. Noch vor Mitternacht (23.30 Uhr) waren wir an unserer Unterkunft Finca Rural José Manuel in San Bartolome. Dabei handelte es sich um eine Unterkunft mit Selbstversorgung – allerdings mit Zimmerservice, voll ausgestatteter Küche und Pool.

 

2. Tag (So, 02.03.2025): Jardin de Cactus, Teguise, Arrecife, Playa Grande,  21°C, Sonne & Wolken

Etwa 15 min vor Öffnung des Kakteengartens um 10 Uhr waren wir bereits vor Ort. Der Preis an der Kasse war minimal höher als der Online-Preis. Bei dem Jardin de Cactus handelte es sich um einen schönen Garten mit zahlreichen interessanten Kakteen aus aller Welt sowie einer Windmühle, den man jedoch in 30 Minuten durchschritten hatte.

Als wir wieder hinausgingen, waren bereits alle Parkplätze belegt! Im Anschluss schlenderten wir durch Teguise – wobei wir uns eher durch die Menschenmenge schoben, da heute, Sonntag, Markttag war, was zahlreiche Leute von der ganzen Insel angezogen hatte.

Auf dem Marktplatz wurden traditionelle Tänze aufgeführt.

Gegen 11.40 Uhr hatten wir das überschaubare Stadtzentrum besichtigt und fuhren über einen kurzen Zwischenstopp in unserer Unterkunft nach Arrecife, wo wir kurz nach 12 Uhr ankamen. Wir schlenderten über die Promenade und nahmen an selbiger eine leckere Pizza ein.

Gegen 13.20 Uhr schauten wir uns noch die abseits der Promenade gelegenen Teile der Stadt an, die jedoch weniger attraktiv waren. So lebhaft, wie Teguise war, so ausgestorben war Arrecife. Um 14.20 Uhr fuhren wir an den 25 Fahrminuten entfernten Strand Playa Grande. Während ich ein Mittagsschläfchen am Strand machte, badete Thea im Meer – des Komfort halber allerdings mit Neoprenanzug.

Um 16.20 Uhr brachen wir wieder auf und kauften im ortsansässigen Lidl, dessen Preisniveau deutlich günstiger war als bei uns daheim, Lebensmittel für Frühstück und Mittag- bzw. Abendessen für eine Woche ein. Unser Abendessen nahmen wir entsprechend in der Unterkunft ein.

 

3. Tag (Mo, 03.03.2025): Caldera de Montana Blanca, Los Hervideros, 21°C, vormittags leicht bewökt, am frühen Nachmittag Regen, am späten Nachmittag sonnig

Nach Aufstehen, Lesen, Frühstücken und Rucksack packen folgte kurz nach 9 Uhr unser Aufbruch in Richtung Caldera de Montana Blanca. Um 9.40 Uhr starteten wir vom Parkplatz am Camino del Islote zu unserer Wanderung auf den Krater, den wir, die herrliche Aussicht genießend, auf unserer Wanderung einmal umrundeten.

Gegen 13 Uhr waren wir zurück am Auto und hatten in genau 2h 47min reiner Gehzeit 10 km und 250 Höhenmeter absolviert. Um 13.40 Uhr waren wir zurück an unserer Unterkunft, was ein perfektes Timing war, da just in dem Moment ein sintflutartiger Regen einsetzte, der für ca. 2h anhielt. Die Straßen wurden regelrecht zu Flüssen. Wir nutzten die Zeit für einen Kinofilm in unserem Zimmer. Nach Ende des Regens fuhren wir bei immer noch dunklem Himmel dem schlechten Wetter davon und flüchteten uns nach Los Hervideros an der Westseite der Insel, wo man eindrucksvoll die Brandung ans Land schlagen sah und hörte. Die vorhandenen ausgehöhlten Formationen boten dabei unterschiedliche Einblicke.

Am Abend nahmen wir ein Abendessen im Imbiss Capiblas in San Bartolome ein – Pizza mit Krabben für mich, Burger und Pommes für Thea, das ganze für erschwingliche 18 EUR.

 

4. Tag (Di, 04.03.2025): Südwestküste, Costa de Papagayo, Las Grietas,  18°C, Sonne & Wolken

Nachdem wir auf unserer Terrasse bei Sonnenschein ein leckeres Frühstück eingenommen hatten, fuhren wir zu den – wohl noch als Geheimtipp rangierenden – Felsformationen Las Grietas. Da es dort leider regnete, versuchten wir, nach Befragung des Regenradars dem Regen zu entkommen und fuhren an die Südwestseite der Insel. Mit Erfolg! Um 9.50 Uhr brachen wir an dem Hotel Sandos Papagayo, wo wir kostenlos parken konnten, zum Strandspaziergang über die verschiedenen Strände bis hin zur Playa Papayago auf. Über den Playa Mujeres gelangten wir nach Überschreitung eines Plateaus gegen 10.20 Uhr zum Playa del Pozo, den ich persönlich am schönsten fand, da riesig und menschenleer.

Dort relaxten wir für 45 min, bevor wir über ein weiteres Plateau oberhalb der Minibucht des Playa de los Bolutidos…

…gegen 11.10 Uhr zum kleinen Playa de la Cera gelangten – wo schon etwas mehr los war und wir es etwa 30 min aushielten.

Letzter Stopp war der südwestlichste Punkt der Insel, der Playa Papayago, den wir nach etwa 5 Minuten Fußweg vom Playa de la Cera erreicht hatten. Diesen Strand fand ich am wenigsten attraktiv, zudem war er recht gut frequentiert.

Aber es gab ein schön gelegenes Restaurant im Biergartenstil. Tatsächlich schien wir heute die einzig sonnige Stelle der Insel erwischt zu haben: über dem Inland lagen dicke dunkle Wolken und man konnte den Regen in der Entfernung sehen. Kurz nach 12.00 Uhr traten wir den Rückweg an – nicht, ohne zuvor einen Blick vom Aussichtspunkt am Südwestzipfel der Insel genossen zu haben. Auf dem Rückweg waren wir wieder gemütlich unterwegs, diesmal nahmen wir allerdings den Weg unterhalb der Felsen statt über sie, d.h. es war der ein oder andere Balanceakt über die immer wieder teilweise überspülten Steine notwendig. Um 13.05 Uhr waren wir wieder zurück am Auto – der gesamte Spaziergang hatte etwa 2×3 km umfasst. Um 13.40 Uhr saßen wir an der Costa de Papagayo, einem erstaunlich edlen Yachthafen im Café del Puerto, wo wir auf unser Mittagessen warteten.

Nach dem Verspeisen eines überteuerten, eher durchschnittlichen Essens überschaubarer Portion (der Texmex Burger hatte m.E. nichts mit TexMex zu tun), das mir zudem auf den Magen schlug, brachen wir gegen 14.15 Uhr auf und durch pflügten durch das Hafenviertel. Der Kauf von Postkarten und deren Briefmarken stellte sich im Nachhinein als Problem (um nicht zu sagen Abzocke) heraus, da wir ohne es zu wissen und darauf hingewiesen worden zu sein, Briefmarken eines privaten Postservices verkauft bekommen hatten, deren Postboxnetz wohl sehr überschaubar und deren Zustellung sehr unzuverlässig war und von dem uns später niemand sagen konnte, wo die Briefkästen zu finden waren. Hier empfiehlt es sich also unbedingt, darauf zu achten, Briefmarken des öffentlichen Zustelldienstes zu kaufen. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft nutzten wir die Gelegenheit des akzeptablen Wetters und widmeten uns gegen 15.30 Uhr noch den Lavaspalten Las Grietas, die schon sehr an die Slot Canyons in den USA erinnerten.

Um 16 Uhr fuhren wir dann zurück zur Unterkunft, wo noch eine Brotzeit, Spiele, eine Folge Checker Tobi sowie das Schreiben von Tagebuch und Postkarten anstand.

 

5. Tag (Mi, 05.03.2025): Nordwestküste, Cueva de los Verdes, Jameos del Agua, Caldera de los Cuervos,  20°C, Sonne & Wolken

Unser Frühstück nahmen wir bei Sonnenschein am Pool ein, Aufbruch war pünktlich um 9.00 Uhr. Zunächst fuhren wir den Mirador del Rio an, der uns bewussterweise noch geschlossen war, dessen unmittelbare Nachbarschaft jedoch einen genauso schönen Blick auf die gegenüberliegende Insel La Graciosa gewährte.

Die sich anschließende Straße LZ 202 war spektakulär und bot tolle Blicke auf Meer und Landseite.

Um 10.10 Uhr hatten wir verfrüht die Attraktion Cueva de los Verdes erreicht. Wegen früherer Verfügbarkeit konnten wir bereits bei der 10:45 Uhr Tour einsteigen. Die Höhle war für das, was sie bot, überbewertet und einzig die „optische Täuschung des Abgrunds“ konnte uns überzeugen.

Um 12.00 Uhr ging es weiter zur gegenüberliegenden Attraktion Jameos del Agua. Auch hier war der Preis für das, was letztlich geboten wurde, unangemessen hoch. Die künstliche Lagune, in der man leider nicht baden durfte, sowie die in einer Grotte gelegene Restauration waren nett, aber nicht weltbewegend.

Gegen 12.45 Uhr fuhren wir weiter zum Essen, das wir im Restaurant Palenke zu uns nahmen. Im Anschluss fuhren wir zu einem ausgewiesenen Parkplatz für eine Umrundung der Caldera de los Cuervos. Die vergleichsweise kurze Wanderung dauerte eine knappe Stunde (von 14.30 Uhr bis 15.25 Uhr). Diesmal ging es statt über den Kraterrand einmal um den Vulkankegel herum und auf einem Abstecher in den inzwischen teils bewachsenen Krater.

Den verbleibenden späten Nachmittag verbrachten wir in unserer Unterkunft in San Bartolome am Pool.

 

6. Tag (Do, 06.03.2025): La Graciosa,  21°C, sonnig

Heute standen wir bereits um 7 Uhr auf, da wir eine frühe Fähre auf die kleine nördliche Nachbarinsel La Graciosa nehmen wollten. Ich hatte bereits gestern im Internet ein Open Ticket (nicht zeitengebunden) für den heutigen Tag gekauf. Um 7.50 Uhr kamen wir los und um 8.30 Uhr parkten wir unseren Seat Arona auf dem kostenlosen Parkplatz der Reederei Biosfera Express in Orzola. Bequem erreichten wir so die 9 Uhr-Fähre, die uns in etwa 30 min Fahrt nach La Graciosa brachte.

Dort fanden wir bei einem der zahlreichen verfügbaren Fahrradverleihe (in 2. Reihe) einen, der auch Kinder-Mountainbikes verlieh und das für einen Preis von 15 EUR / Tag. Wir liehen uns 2 Räder und brachen gegen 10 Uhr zu unserer Radtour auf. Wir entschieden uns für die etwa 22 km lange Nordroute. Theoretisch kann man an einem Tag auch die Nord- und Südroute schaffen, jedoch entschied ich mich Thea und einem gemütlicheren Tempo zuliebe für eine ausschließliche Runde durch den Norden, da es dort auch zahlreiche Badegelegenheiten an Stränden gab. Der erste verlockende Strand war der Playa de las Conchas, den wir um 11 Uhr erreicht hatten. Bis dahin war die Strecke recht anstrengend und ging hauptsächlich über eine ehemalige Asphaltpiste, die aber inzwischen eher aus Schlaglöchern und Füllmaterial bestand und dazu noch teilweise bergauf ging.

Wir hielten es über eine Stunde an dem schönen breiten Sandstrand aus, der zu dieser Zeit noch nicht wirklich besucht war und über tolle Sanddünen verfügte.

Gegen 12.10 Uhr nahm die Anzahl der Besucher deutlich zu und wir sattelten wieder unsere Räder und fuhren weiter zum nächsten Stopp, den Playa de la Lambra, den wir um 12.30 Uhr erreicht hatten. Die Fahrpassagen führten diesmal hauptsächlich durch sandiges, aber gut fahrbares Terrain ohne nennenswerte Steigungen, was richtig Spaß machte.

Der Strand selbst war ein immer mal wieder von Felsstrukturen durchzogener Sandstrand, der für meinen Geschmack weniger schöner war als der zuvor besuchte Strand, jedoch durch die mit Wasser gefüllten Löcher in den Felsformationen kleine “Naturpools” bot, in denen man Krebse und Fische beobachten konnte.

Zudem nutzen wir den Aufenthalt für eine ausgedehnte Mittagspause mit Picknick aus dem mitgebrachten Proviant. Einkaufs- oder gar Einkehrmöglichkeiten sind ausschließlich im Hafenort der Insel gegeben, so dass man auf der Radtour auf sich gestellt ist. Nach fast 2 Stunden brachen wir gegen 14.20 Uhr zum kleinen Strand an der Caleta de la Pedro Barba auf, den wir um 14.44 Uhr erreicht hatten. Dieser Strand lag recht windgeschützt und bot zu dieser Stunde das wärmste Wasser, was einige Leute zum Baden animierte.

Auch Thea nutzte die Chance auf das kühle Nass. Um 15.55 Uhr machten wir uns auf den Weg zur letzten Etappe – den Rückweg in den Hafenort Caleta del Sebo. Da uns der letzte Abschnitt vor Erreichen des gerade besuchten Strands bei schlechten Wegbedingungen bergab und uns in einer recht großen Schleife geführt hatte und wir das nun bevorstehende mühsame Bergauffahren scheuten, kürzten wir über einen für Wanderer gedachten Weg ab. Dieser ging zwar zu Beginn steil bergan und verbot ein Befahren mit dem Rad, jedoch war er deutlich kürzer, so dass wir das ohnehin notwendige Schieben der Fahrräder in Kauf nahmen. Kurz bevor wir dann auf die “Hauptpiste” stießen, verlor sich der Weg allerdings, so dass wir das restliche Stück über Vulkangesteinsbrocken zurücklegen mussten.

Zurück auf der Piste ging es dann etwas schneller voran, da es vornehmlich leicht bergab ging. Um 16.40 Uhr hatten wir das kleine Örtchen Caleta del Sebo erreicht, gaben die Fahrräder zurück und gönnten uns noch ein paar Snacks aus dem Supermarkt, während wir das Geschehen am Hafen beobachteten. Um 17.30 Uhr ging dann die letzte Fähre unserer Reederei zurück nach Orzola, so dass wir kurz nach 18 Uhr unsere Rückfahrt nach San Bartolome anbrachen. Dort angekommen, suchten wir zunächst etwas länger erfolglos nach einem Restaurant, hatten doch heute scheinbar zahlreiche der ohnehin nur wenigen Etablissements geschlossen. Nach Hinweis eines Einheimischen fanden wir schließlich das “El Campesino”, das nach einer einfachen Bar aussah. Die Speisekarte gestaltete sich recht einfach, bot aber u.a. Burger für 5.50 EUR. Wir machten es uns einfach und bestellten uns 2 Burger mit Pommes und dazu ein Bier bzw. eine Sprite. Als ich nach dem Preis fragte und die Rückfrage “todos? completos?” heraushörte und diese bejahte (schließlich wollte ich den Gesamtpreis für Burger und Pommes wissen), ahnte ich nicht, dass ich gerade die zwei größten Burger, die ich bislang jemals gegessen habe, bestellt habe. Denn wie sich später herausstellte, bezog sich das “completos” nicht auf den Preis, sondern auf den Belag der Burger, der quasi alles umfasste, was man sich vorstellen konnte: Käse, Jalapenos, Zwiebeln, Schinken, Speck, Ei, usw. 😀 Aber da der Gesamtpreis von 27.50 EUR letztlich absolut human war, war dies gleichzeitig das beste kulinarische Erlebnis unserer Urlaubswoche 😉

Danach kehrten wir müde und (über-/ge-)sättigt zur Unterkunft zurück.

 

7. Tag (Fr, 07.03.2025): Timanfaya NP, Playa del Paso, 21°C, sonnig

Auch heute standen wir recht früh auf (07.30 Uhr), da wir den Timanfaya Nationalpark besuchen wollten und wir bereits Horrorstories gehört hatten, dass spätere Besuch 90 min warten mussten, bis sie eingelassen wurden bzw. ein Bus für die Rundfahrt im Park verfügbar war. Wie ich zuvor gelesen hatte, konnte man – in der Form von Blockabfertigung – in den Park einfahren, um auf einem bestimmten, ausgewiesenen Parkplatz zu parken und von dort aus den Nationalpark ausschließlich per Rundfahrt in eigens dafür vorgesehenen Tourbussen zu erkunden. Wir waren bereits um 08.33 Uhr am Eingang des Nationalparks und das 4. Fahrzeug in der kleinen bislang vorhandenen Fahrzeugschlange. Da wir früher als erwartet dort eingetroffen waren (ich hatte mit 9 Uhr kalkuliert, was auch tatsächlich noch gerade gereicht hätte), rechnete ich mit einer längeren Wartezeit, bis der Park seine Pforten öffnete, da ich gelesen hatte, dass die ersten Busse um 09.30 Uhr abfuhren. Gegen 08.45 Uhr waren es immer noch nicht mehr als 10 Autos und gegen 08.50 Uhr – inzwischen war die Schlange schon etwas angewachsen – wurden die Schranken geöffnet und wir konnten einfahren. Das Abkassieren des wieder verhältnismäßig hohen Eintrittspreisese von 22 EUR für Erwachsene und 11 EUR für Kinder war bereits vorher durch die Wagenschlange ablaufende Parkmitarbeiten erfolgt. Um 09.00 Uhr hatten wir geparkt und saßen als eine der ersten in dem ersten zur Verfügung gestellten Shuttlebus, der 5 min später voll besetzt war und seine ca. 35-minütige Rundtour begann. Die Fahrt war spektakulär – weniger wegen der Umgebung, die zwar auch sehr sehenswert war, letztlich aber den Eindrücken, die wir in den letzten Tagen beim Wandern gemacht hatten, entsprach, sondern wegen der engen einspurigen Asphaltstraße mit zum Teil engen Kurven, die der Fahrer des großen Tourbusses in teilweise rasanter Fahrt nahm. Immer wieder ging ein Raunen oder gar erschrecktes Murmeln durch die Reihen, wenn die Front des Busses über einem tiefen Abgrund zu schweben schien oder nur um Zentimeter an in die Fahrbahn ragenden scharfen Vulkangesteinskanten vorbeizog.

Um 09.40 Uhr war die Herrlichkeit vorbei und kurz vor 10 Uhr verließen wir den inzwischen zu einem massentouristischen Ziel verkommenen Parkplatz, auf dem sich Heerscharen an Menschen in und um die Tourbusse drängte. Bei der Ausfahrt aus dem Park passierten wir hunderte Meter lange Blechlawinen an Fahrzeugen, die auf freiwerdende Parkplätze warteten. Wieder einmal hatte der frühe Vogel Recht gehabt 😉

Nach einem kleine Einkauf beim deutschen Discounterriesen Lidl, der auf der Insel genauso vertreten war wie Aldi, kehrten wir zuächst zur Unterkunft zurück, wo wir gegen 11 Uhr ein frühes Mittagessen zu uns nahmen und die restlichen noch verbliebenen Nahrungsmittel aufbrauchten.

Gegen 11.45 Uhr machten wir uns auf den Weg in Richtung El Golfo. Wir wanderten vom dortigen am Ortseingang befindlichen Parkplatz ca. 3.6 km über anspruchsvolles raues Vulkanterrain zum abgelegenen schwarzen Sandstrand Playa del Paso. Thea absolvierte die 3.6 km in Trailerunnermanier in 44 min:

Parkplatz El Golfo 12.22 – Ortsrand El Golfo 12.29 Uhr – oberhalb Strand 12.53 Uhr – breiter Weg 13.00 – Strand Playa del Paso 13.06 Uhr

Nach gemütlichem Aufenthalt ging es um 14.19 Uhr in vergleichbarer Zeit wieder zurück:

Strand playa del paso 14.19 Uhr – Beginn Weg über Vulkangestein 14.27 Uhr – oberhalb Strand 14.30 Uhr – Ortsrand El Golfo 15.02 Uhr

Bevor wir unseren geparkten Wagen aufsuchten, gönnten wir uns einen etwa 45-minütigen Trinkstopp in einem netten Restaurant im Ort. Ich machte noch einen kurzen Abstecher zu einem vom Parkplatz über einen Holzsteg in wenigen Minuten erreichbaren Aussichtspunkt, von denen man einen Blick auf die darunter liegende Lagune werfen konnte…

…und dann fuhren wir zurück nach San Bartolome. Ein frühes Abendessen, das wir erneut im Imbiss Capiblas einnahmen, erlaubte uns noch ausreichend Zeit zum Duschen und Tagebuch-Schreiben. Mein Buch hatte ich bereits am Mittwoch abend ausgelesen.

 

8. Tag (Sa, 08.04.2025): Heimreise,  18°C, Regen

Wettervorhersage und Regenradar hatten schon ahnen lassen, dass heute das immer wieder erwähnte Tief über den Kanaren deutlich zu Buche schlagen würde. Da wir morgen bereits die Regentropfen hörten, schliefen wir etwas länger, standen gemütlich auf und machten uns nach einem späten Frühstück nicht ohne Zwischenstopp, um nochmal etwas Proviant für den heutigen Tag zu kaufen, auf den Weg zum Flughafen. Vollgetankt hatte ich den mit 5.1 l / 100 km gefahrenen sparsamen Seat bereits gestern, so dass wir nur noch die Schlüsse abzugeben brauchten – das Prozedere mit AutoReisen war eines der bisher unkompliziertesten.

Insgesamt hatten wir 562 km auf der Insel zurückgelegt. Am Flughafen blieb genug Zeit, einer Touristenbefragung beizuwohnen, bei der über recht große Fragebögen Erkundigungen nach den Urlaubsschwerpunkten, Ausgaben und Erfahrungen eingeholt wurden. Unser Ryanair-Flieger hob diesmal mit etwa 40 min Verspätung ab, landete am Ende jedoch wieder rechtzeitig in Berlin. Es galt das gleiche wie für den Hinweg, auch war die Landung erneut superhart. Die Rückfahrt mit dem Auto verlief auf Samstag abend kurz nach 20 Uhr entspannt, so dass ich die ca. 510 km bereits nach 3.5 h absolviert hatte – sowas ist eben doch nur in Deutschland möglich 😉

Fazit:

Auch wenn das Wetter für die Kanaren eher schlecht war, weil dort normalerweise um diese Jahreszeit trockenes Wetter und Temperaturen von um die 25°C zu erwarten gewesen wären, waren wir zufrieden, da wir bei um die 21°C gut wandern und unsere Freizeitaktivitäten bestreiten konnten. Die kostenlosen Aktivitäten, wie Wandern um die beiden Calderas sowie die Strandwanderungen und -besuche fanden wir besonders attraktiv, die für Touristen hergerichteten Attraktionen wie Jardin de Cactus, Cueva de los Verdes, Jameos del Agua und Parque Nacional Timanfaya waren arg hochpreisig und wurden den somit hochgesteckten Ansprüchen nicht wirklich gerecht – boten sie doch nicht so viel neues im Vergleich zu den sonstigen Sehenswürdigkeiten auf der Insel. Alles in allem war es eine gute Zeit, in einer Woche kann man bequem alle Höhepunkte der Insel entdecken. Das Preisniveau ist etwas günstiger als in Deutschland und trägt ebenfalls zu einem positiven Urlaubserlebnis bei.