Reisebericht Norwegen 2024 incl. Bremen (Deutschland)

2. Teil: Norwegen

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2. Tag (Mo, 26.08.2024): Ausschiffung in Hamburg, 21°C, sonnig

Nach einem erneut leckeren Frühstück am Buffet ging es pünktlich um 10.00 Uhr mit zwei nagelneuen Hinterreifen in Richtung Hamburg Hafen. Am Cruise Terminal gesetzt, besuchte ich mir einen kostenlosen Parkplatz im Stadtteil Veddel direkt gegenüber der dortigen Feuerwache. Da es mit 21°C und Sonnenschein herrliches Wetter hatte, entschied ich mich, den direkten Fußweg (nur circa 4 km) zu nehmen. Wenngleich an mir meine Drohne beim Check in konfiszierte, so bekam ich gleichzeitig auch die Zusage, diese für Landgänge bei der Security Abteilung auf dem Schiff wieder entgegennehmen zu können. Die Zeit von 14.00 Uhr bis zum Ablegen nutzte ich, das Schiff ein bisschen kennenzulernen. Auch für ein kleines Mittagessen war noch Zeit. Juliet und Thea verbrachten die meiste Zeit im Indoor Wasserpark, besonders die beiden Rutschen (Racer), die jeweils eine durchsichtige Röhre boten, in der man über zwei Decks schweben konnte, war ein Magnet.

Der warme Pool vor unserer Kabine lag derart günstig, so dass wir nur einen kurzen Schritt über unser Balkongeländer tun mussten und bereits im warmen Nass baden konnten. So erlebten wir das Auslaufen aus Hamburg badender Weise mit Blick auf Hafen und Umgebung vom Pool aus. Anschließend gönnten wir uns ein leckeres Abendessen.

 

3. Tag (Di, 27.08.2024): Seetag, 21°C, Sonne & Wolken

Den heutigen Seetag begannen Juliet und ich gegen 8.15 Uhr mit einem Workout im Fitnessstudio. Nach kurzem Aufwärmen auf dem Stepper absolvierte ich ein Zirkeltraining (3×15 Einheiten) an 10 Geräten sowie zum Abschluss noch an 3 Einzelgeräten. Es gelang mir, bei allen 13 Geräten mit maximaler Last zu trainieren, was gefühlt allerdings daran zu liegen schien, dass die Geräte eher für Touristen als Vollblutpumper konzipiert waren. Es folgte ein kleines Obst-Frühstück.

Die meist sonnige Zeit verbrachten wir an Deck oder in dem vor unserer Kabine auf dem Außendeck gelegenen Whirlpool mit der Panoramaglasscheibe oder mit Buch auf dem Balkon bzw. im Wintergarten.

Das Abendessen nahmen wir diesmal im chicen italienischen A-la-Carte-Restaurant „Casa Nova“  ein. Für mich waren Antipasti, Schweinemedaillons und Panacota angesagt.

 

4. Tag (Mi, 28.08.2024): Bergen, 20°C, vormittags leichter Regen, nachmittags bewölkt

Als unser Schiff gegen 9.00 Uhr in Bergen anlandete, regnete es noch. Somit konnten wir uns beim Frühstücken Zeit lassen und noch ein Kartenspiel hinterherschieben. Nach einem kleinen frühen Mittagessen gingen wir nach Regenende von Bord und machten eine Besichtigungstour durch Bergen. Wir begannen mit dem Fischmarkt, auf dem es neben Lobster, großen Fisch-Paella-Pfannen und Walfleisch auch King Crabs zu sehen (und essen) gab.

Es folgte die (verschlossene) Domkirche und die Marienkirche mit ihrem prächtigen Altar. Auch der Festung statteten wir einen Besuch ab. Im Anschluss durchschritten wir Bryggen, das aus Holzhäusern bestehende Hanseviertel.

Zum Abschluss wanderte ich mit Thea auf den Floyen – zumindest bis zum Aussichtspunkt Tipp Tue und wieder zurück.

Nach dem Auslaufen der AIDA ließen wir uns ein leckeres Abendessen schmecken. Eine Mentalistenshow im Theater sowie ein abendliches Dartturnier rundeten den Tag ab.

 

5. Tag (Do, 29.08.2024): Storfjord, Sunnylvsfjord, Geirangerfjord, 18°C, Sonne & Wolken

Bereits gegen 8 Uhr fuhren wir bei nur leichter Bewölkung unweit Alesund in das dortige Storfjord ein. Mit der Zeit wurde das Wetter immer besser und das sich anschließende Sunnylvsfjord von immer höheren Felsen links und rechts gesäumt. Schließlich ließen wir Hellesylt rechts liegen und bogen links in das Geirangerfjord ein. Dort passierten wir ein paar dominante Wasserfälle, u.a. die bekannten Seven Sisters.

Das sonnige Wetter hatte leider auch seinen Nachteil: durch die damit verbundenen Fallwinde musste unser Schiff deutlich langsamer fahren, so dass wir letztlich erst mit etwa anderthalb Stunden Verspätung gegen 13.30 Uhr in Geiranger aussteigen konnten. Eigentlich hatte ich die spektakuläre Wanderung von Skagehola über die Farm Skagefla und den „Rücken“ der Felswand zurück nach Geiranger geplant. Durch die Verspätung war die 12.30 Uhr-Fähre nach Skagehola allerdings schon weg und die nächste leider erst um 15.30 Uhr angesetzt, was mir für die 3 oder 4 Stunden dauernde Wanderung zu spät war. Hinzu kam, dass der Betreiber selbst für eine Oneway-Fahrt inzwischen den Preis für eine Hin- UND Rückfahrt nahm – 53 EUR für einen 10-/15-minütigen Boottransfer! Geht’s noch?!

Der Kajakverleih meldete auf unsere Nachfrage, dass er heute aufgrund einer Unwetterwarnung keine Boote ausgeben durfte – dabei war bis mindestens 18 Uhr tolles Wetter. Somit blieb mir leider nichts anderes übrig, als mich mit den anderen zusammen dem üblichen Touristenprogramm hinzugeben und neben einer Besichtigung des Örtchens Geiranger den Rundweg über den Wasserfall Storfossen zu gehen.

Um 16 Uhr glich ich die fehlende Wanderung durch einen Besuch im Fitnessstudio an Bord wieder aus – einmal mehr ein Zirkeltraining (3×15 Einheiten) mit 11 Maschinen auf Anschlag. Um 18 Uhr machte ich alle Mühen in einem der Bordrestaurants wieder zunichte ????

 

6. Tag (Fr, 30.08.2024): Andalsnes & Molde, 13°C, wolkig, am frühen Abend leichter Regen

Nach einem Frühstück im Buffet-Restaurant verließen wir kurz nach dem Anlegen um 9.00 Uhr unser Schiff in Richtung des Hausbergs von Andalsnes. Für die knapp 500 Hm über die Romsdalstrappa bis zur Rampestreken benötigten Thea, Juliet und ich genau 1 Stunde.

Die Eltern hatten bereits einen früheren Punkt zur Umkehr genutzt. Nach einem herrlichen Ausblick von der dortigen Aussichtsplattform gingen wir auch noch die verbleibenden Meter zum Gipfel des Nesaksla, wo uns ein 360-Grad-Blick über die Fjordlandschaft erwartete.

Von der Rampestreken zurück nach unten brauchten wir 40 Minuten. Um 12.15 Uhr waren wir schon wieder beim Mittagessen auf dem Schiff. Um 13.30 Uhr legte die AIDA Perla ab und erreichte gegen 16 Uhr das Örtchen Molde. Während Thea im Kid‘s Club weilte, gingen Juliet und ich an Land. Wetterbedingt fiel die geplante Besteigung des hiesigen Hausbergs Varden leider buchstäblich ins Wasser, so dass wir nur ein wenig durch den Ort flanierten. Nach einem leckeren Abendessen und Lesen (Adler Olsen) stand dann noch eine Veranstaltung im Atrium an, bei der ein Pianist bekannte Filmmusik zum Besten gab.

 

7. Tag (Sa, 31.08.2024): Trondheim, 13°C, bewölkt

Kurz nach 9.00 Uhr verließen wir unser Schiff und gingen in Richtung Innenstadt von Trondheim.  

Vormittags besichtigten wir die Altstadt, in der neben dem Stiftsgarden,

der Liebfrauenkirche und den Nidelva-Auen insbesondere die Nidaros-Kathedrale

und die Brücke Gamle Bybro nach Bakklandet zu erwähnen sind.

Mittags stärkten wir uns auf dem Schiff. Am Nachmittag zogen wir nochmal kurz los, um die Festung zu besuchen und den Blick von dort oben zu genießen.

Ein kurzer Drohnenflug unweit der Altstadtbrücke zeichnete nochmal die schönen bunten Holzhäuser auf, die den Fluss säumten. Auf dem weiteren Weg bekamen wir den Fahrradlift zu sehen, wo man sich per Einhaken des Fußes den Berg hinauf ziehen lassen konnte – allerdings kam er während unserer Anwesenheit vor Ort nicht zum Einsatz. 

Nach dem Abendessen besuchten wir die Show „Wer wird Millionär?“. Bei den beiden Schnelligkeitsfragen zur Qualifikation landete ich beide Male in den Top 10 (einmal sogar 4.), konnte somit den Platz auf dem heißen Stuhl diesmal aber nicht erneut ergattern.

 

8. Tag (So, 01.09.2024): Alesund, 15°C, sonnig

Um 8 Uhr erreichten wir bei herrlichstem Wetter Alesund. Da wir um 13 Uhr bereits wieder ausliefen, hatten wir bereits kurz nach 7 Uhr gefrühstückt und gingen pünktlich an Land. Zunächst suchten wir den Aussichtspunkt Fjellstua auf dem Aksla auf, den wir über etwa 420 Stufen treppauf erreichten. Er bot einen gigantischen Blick über die aus mehreren Halbinseln bestehenden Stadt inklusive unseres im Hafen liegenden Kreuzfahrtschiffes.

Noch während des Aufstiegs über den „Normalweg“ hatten wir festgestellt, dass es hier auch einen kostenlosen Klettersteig als Alternative gegeben hätte (ca. 30 min Aufstiegszeit, geschätzte Schwierigkeit A/B), jedoch war wohl Kletterausrüstung vorgeschrieben, die wir leider nicht dabei hatten. Nach einem tollen Rundblick gingen wir wieder hinab ins Zentrum, wo wir sowohl vom Dronning Sonjas Plass als auch von der Brücke (Hellebrua) aus einen schönen Blick auf die sich im Wasser spiegelnden Jugendstilhäuser hatten.

Wir stellten fest, dass man in 2.5 h die Highlights der Stadt alle gesehen hatte und ließen uns anschließend bis zur Abfahrt noch im Pool vor unserer Kabine nieder. Noch während des Mittagessens legte unser Schiff bei wolkenlosem Himmel und Sonnenschein in Richtung Süden ab. Entsprechend viele Liegestühle wurden in den Folgestunden auf den Außendecks in Beschlag genommen.

Während sich Thea im schiffseigenen Wasserpark austobte, besuchten Juliet und ich das Fitnessstudio, in dem ich mein „Standardprogramm“ der vorangegangenen Besuche absolvierte. Nach dem Abendessen wohnten wir einem herrlichen Sonnenuntergang bei.

 

9. Tag (Mo, 02.09.2024): Eidfjord, 18°C, vormittags Sonne, nachmittags bewölkt

Pünktlich mit Anlegen des Schiffes im kleinen Örtchen Eidfjord um 9 Uhr gingen Juliet, Thea und ich als erstes von Bord, um an der Tourist Information noch ein Taxi zum Sima-Kraftwerk zu bekommen. Für ca. 21 EUR wurden wir die 7 km rausgefahren, so dass wir völlig abseits der Massen den spektakulären Steig (mit Brücken, Seilen und Leitern) hoch auf die inzwischen verlassene Kjeasen-Farm gehen konnten. Wir hatten den gesamten Steig für uns alleine und benötigten ca. 1.5 h für die etwa 550 Hm.

Von oben hatten wir einen atemberaubenden Blick über das unter uns liegende Hardangerfjord.

Nachdem wir den gleichen Weg wieder abgestiegen waren, sahen wir uns nach potentiellen Mitfahrmöglichkeiten zurück nach Eidfjord um. Busse fuhren in diesen Winkel nämlich nicht und Taxen waren an solchen Tagen, an denen Kreuzfahrtschiffe anlegten, gnadenlos über den gesamten Tag ausgebucht – nicht von der Hand zu weisen, wenn man bedenkt, dass 4000 Leute in die 1000-Seelen-Gemeinde ausgeschüttet werden. Eine deutsche Familie hatte 2 Plätze für Juliet und Thea frei und ich bekam im 3. Anlauf einen Platz auf dem Beifahrersitz eines klapprigen Jeeps, der von einem alten Norweger gesteuert wurde. 

So saßen wir gegen 13 Uhr schon wieder beim gemeinsamen Mittagessen auf dem Schiff, zu dem auch die Eltern von ihrem Spaziergang durch den Ort wieder zurück waren. Um 14.15 Uhr nahmen wir den öffentlichen Bus 991 zur Haltestelle Fossatromma. Die dortigen Wasserfälle Voringsfossen und Tysvikjofossen waren durch aufwändige Brückenkonstruktionen überspannt, die einen Blick von den unterschiedlichsten Winkeln aus ermöglichten.

Nach einer Kaffeepause beim dortigen Restaurant blieben noch 75 min bis zur Rückfahrt des nächsten öffentlichen Busses um 17.55 Uhr. Juliet und Oma verkürzten sich die Wartezeit, indem sie zurück nach Eidfjord trampten, Thea, Opa und ich nahmen den Bus. Nach einem vorsichtigen Wendemanöver des Schiffes und Auslaufen aus Eidfjord gegen 21 Uhr unterfuhren wir einmal mehr mit minimalem Abstand (2 m) die Hardangerbrücke.

 

10. Tag (Di, 03.09.2024): Stavanger, 17°C, Wolken, z.T. leichter Regen

Nachdem Thea diesmal im Kids Club bleiben wollte, setzten wir sie dort ab und setzten gegen 10 Uhr Fuß auf‘s Land. Zunächst besichtigten wir den Hafen, die dortige Domkirche (leider verschlossen), den Turm Valbergtarnet, den Innenstadtsee Breiavatnet sowie die Fußgängerzone incl. der „bunten Straße“.

Da Harsimar mit seiner Familie gerade seine Schwester in Stavanger besucht hatte, trafen wir uns noch für ca. 2 Stunden auf einen Spaziergang incl. Kaffeestopp.

Gegen 13.15 Uhr nahmen wir ein Mittagessen in einem der Bordrestaurants ein. Um 14.30 Uhr schlenderten wir noch etwas durch die Altstadt – den fast ausschließlich aus weißen Holzhäusern bestehenden Teil der Stadt, der dem Ausgang des Schiffs unmittelbar gegenüberlag. 

Um 16.30 Uhr drehte ich wieder eine Runde durchs Fitnessstudio (10 Geräte, 3×15 Einheiten, max. Stufe).

Am Abend standen noch ein schmackhaftes Abendessen im Marktrestaurant sowie später Oktoberfeststimmung im Brauhaus an.

 

11. Tag (Mi, 04.09.2024): Seetag, 17°C, regnerisch

Der Tagesablauf sah wie folgt aus:

Vormittags Fitness-Studio 

12.30 Mittagessen 

13.30 Uhr AIDA Film

16.30 Uhr Aufführung des Kids Club, bei der Thea mitwirkte

18.00 Uhr Abendessen 

20.00 Uhr Kinderdisco für Thea

21.30 Uhr Musikshow

 

12. Tag (Do, 05.09.2024): Ankunft in Hamburg, Rückfahrt nach Gaimersheim, 34°C, sonnig

Nach einem vergleichsweise frühen Frühstück gegen 07.30 Uhr verließ ich kurz vor 8.00 Uhr die AIDA, natürlich nicht, ohne meine Drohne wieder zurückzuholen (die ich bei den einzelnen Landgängen jedes Mal ohne Probleme ausgehändigt bekommen hatte). Meine Drohne war unter den konfiszierten Gegenständen scheinbar die einzige Drohne. Die mindestens 20 übrigen Artikel waren zumeist Bügeleisen 🙂 Aber auch eine martialische Spielzeugpistole fand sich darunter. Um 08.34 Uhr war ich am geparkten Auto und holte die anderen mitsamt dem Gepäck am Hafen ab. Leider war es bei der Rückfahrt wieder soweit, dass ich den Pannenservice der HUK in Anspruch nehmen musste. In der Nähe von Hannover fing der Motor an zu ruckeln und es qualmte zunehmend aus den Auspuffen. Da ich nach einem Zündungswechsel den Wagen nicht mehr starten konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als den Wagen in einen unweiten Hangar schleppen und für einen späteren Rücktransport nach Gaimersheim deklarieren zu lassen und vom Flughafen Hannover aus einen Mietwagen nach Ingolstadt zu nehmen. Glücklicherweise verlief das alles soweit unkompliziert und ohne Mehrkosten, so dass wir gegen 20.00 Uhr wieder in der Heimat waren.

Fazit:

Norwegen war einmal mehr einen Besuch wert. Als “Kontrastprogramm” zum “landseitigen” Besuch “außerhalb der Massen” beim letzten Mal nun der “seeseitige” Besuch im Rahmen einer Kreuzfahrt – tatsächlich nicht mit dem schlechtesten Gefühl gegenüber der Umwelt, da das Schiff die höchsten Maßstäbe in puncto Umweltverträglichkeit setzt.

Als Nachteile einer Norwegen-Reise sind sicherlich das oftmals schlechte (regnerische) Wetter und die hohen Preise zu nennen, auch sind die Städte nicht so kulturreich und sehenswert wie andere europäische Metropolen. Die Natur Norwegens und die Ruhe (die man sogar trotz Anlegen eines Kreuzfahrtschiffes finden kann) stellt jedoch alle diese möglichen Nachteile in den Schatten und macht einen Besuch Norwegen immer wieder lohnenswert.